Understatement ist auch ein Statement
Was Kleidung über uns sagt, auch wenn wir nichts sagen wollen

Mit Kleidung verhält es sich wie laut Watzlawick schon mal sagte: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Was wir anziehen, sagt immer etwas über uns - selbst dann, wenn wir scheinbar gar nichts sagen wollen. Auch wer nackt durch die Straße ginge, würde damit eine sehr deutliche Aussage treffen. Ich laufe natürlich nicht nackt durch die Straßen, sondern ziehe mich an. Aber wie kleidet man sich eigentlich – und welche Botschaft sendet man damit?

In den deutschen Fußgängerzonen dominieren die Farben Blau, Grau, Schwarz und Weiß. Offenbar bin ich sehr deutsch, wenn ich in meinen Kleiderschrank schaue – fast alles bewegt sich in dieser Schattierung. Die Marken Uniqlo, H&M, Esprit, COS und Marc O'Polo kaufe ich häufiger.

ChatGPT weiß hierzu: "Diese Marken vermitteln insgesamt Werte wie: Alltagstauglichkeit, Preisbewusstsein, Komfort, zugängliche Mode, moderates Trendinteresse. Sie stehen sozial eher für praktische, bodenständige Konsumenten als für stark modisch inszenierte Persönlichkeiten."

Verglichen mit der deutschen Durchschnittsfrau kaufe ich recht wenig: ca 15 Teile im Jahr inklusive Schuhe. Angeblich kauft der Deutsche 60 Kleidungsstücke im Jahr. Meine Freunde finden diese Zahl zu hoch, aber meine Freunde sind auch keine Fashionistas. Eine andere Zahl die ich gefunden habe lautet:  "Etwa acht Kilogramm Kleidung kaufen EU-Bürger im Durchschnitt pro Jahr neu, dazu vier Kilo Schuhe".  Was mich dazu veranlasst meine Kleiderkäufe zu wiegen. Ein Paar Schuhe wiegt 0,5kg, ein Mantel 1,2 kg. In Summe komme ich auf unter vier Kilo. Auch damit liege ich weit unter dem Durchschnitt. Bisher war ich daher der Meinung, daß ich einen Minimalism oder Capsule Wardrobe Style verfolge, denn ich kaufe wenig und bei der Farbpalette ist fast alles ist mit fast allem kombinierbar. Die Analyse durch ChatGPT ergibt: "Dein Kleiderschrank lässt sich ziemlich klar als minimalistisch-funktionaler Smart-Casual-Stil einordnen."

Was sagt Perplexity zum gleichen Thema? Nach Eingabe aller meiner Marken inklusive Anzahl / Häufigkeit:
"Diese Garderobe gehört sehr wahrscheinlich zu einer Person mit: pragmatischem Minimalismus, funktionalem Lifestyle, moderater Nachhaltigkeitsorientierung und geringem Interesse an Mode-Statussymbolen. Zugehörig zum sozialökologischen Milieu – gesundheits- und umweltbewusst, qualitätsorientiert, modern, mit kritischem Konsumbewusstsein."

Und um das Gegenteil zu bewirken?

"Ein gegenteiliger Look zu dem beschriebenen casual-normcore, sportlich-funktionalen Outfit wäre deutlich modischer, auffälliger und inszenierter: Ein figurbetonter, knöchellanger Satin- oder Seidenrock in kräftiger Farbe wird mit einem engen Top oder einer Seidenbluse kombiniert. Statement-Accessoires wie große Ohrringe und eine auffällige Sonnenbrille ergänzen das Outfit. Die Materialien wirken hochwertig und glänzend, die Silhouette ist bewusst betont und elegant."

Letztlich wohne ich in Berlin, ich sehe hier im Gegensatz zu München oder sagen wir Paris sehr wenig Eleganz.

Dank der Analyse weiß ich: für meine Reise ins elegante Frankreich benötige ich unbedingt eine auffallende Sonnenbrille oder einen "Foulard".